Champagne C.H. Piconnet
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Über das Weingut
Wenn uns zwei Eigenschaften in der Champagne besonders gut gefallen, dann ist es zum einen Purismus, zum anderen, auch etwas konträr, eine wohlig-weinige Art. Meist lässt sich ein Produzent klar einer der beiden Seiten zuordnen. Als wir die Champagner von Clément zum ersten Mal gekostet haben, durften wir lernen, dass auch beides zusammen wunderbar funktioniert. Wie er das schafft, ist eigentlich einfach: Clément selbst geht im Ausbau einen Schritt zurück. Vergoren wird alles spontan, aber eben ausschließlich im Edelstahl, nicht in einem Gebinde, das den Grundwein zusätzlich prägen würde. Als Kontrapunkt dazu steht der lange Ausbau auf der Vollhefe ohne Zusatz von Schwefel, der die Weinigkeit prägt. Die Trauben stammen aus verschiedenen Parzellen in Neuville-sur-Seine, deren Böden sich teils stark unterscheiden, und genau diese Unterschiede will Clément schmeckbar auf die Flasche bringen. Die Familie arbeitet bereits seit drei Generationen in Neuville-sur-Seine, die ersten beiden als Traubenlieferanten für größere Häuser. Erst Clément hat daraus, gemeinsam mit seiner Partnerin, ein eigenes Gut gemacht, parallel zu seinem Bruder Raphaël, der heute die Domaine de Bichery führt. Der Purismus im Keller spielt dem Lagenausdruck in die Karten: Rebsorte und Ausbau treten in den Hintergrund, der Boden tritt hervor. Verbunden mit der angenehmen, wenig-saftigen Art ergibt das einen Champagner, wie wir ihn so noch nicht gekostet haben, am Gaumen ganz wunderbar zugänglich und gleichzeitig konsequent zero dosage. Außergewöhnlich in Aromatik und Ausdruck steht für uns jeder Champagner sehr charaktervoll für sich. Klare Empfehlungen sind der 3 Cépages, der wunderbar die Stringenz des Pinot Noirs mit einer jodigen, fast schon umamiartigen Art des Chardonnay und Pinot Blanc vereint, sowie der Parcellaires La Lampe, 100 % Pinot Noir auf rotem Kalkmergel.
enthält Sulfite